Ich war ja gerade auf Frühjahrsreise bei meiner Mutter in Münster, und wir gehen dort gerne auch in die Oper oder ins Konzert. Meine Mutter hört nicht mehr besonders gut, und ein sehr schönes Ballett stand an: "Die Winterreise" von Franz Schubert, vertanzt von dem großartigen Tanztheater Münster unter Dan Goldin. Ja, das gibt es wirklich, eine Tanzkompagnie an den Städtischen Bühnen Münster. Ich denke, die machen bestimmt auch auswärtige Gastspiele, um ihre Kosten wieder einzutreiben. Wir hatten "Die Winterreise" schon einmal gesehen, vor ungefähr 3 Jahren, und ich hatte danach spontan beschlossen, Dan-Goldin-Fan zu werden - leider waren die danach besuchten anderen Ballettaufführungen aber nicht mehr so toll. "Die Winterreise" ist wirklich sowas wie Goldin's Meisterwerk. Also ganz heißer Tip, falls Ihr mal da vorbei kommt!
Guter Anlass, sich mal mit dem Horoskop von Franz Schubert zu beschäftigen:
Franz Schubert wurde am 13. Januar 1797 um 13h30 in Wien geboren. Bei Lois Rodden's Datensammlung bekommt er die beste Note, ein AA-Rating.
Das ergibt einen Wassermann mit Krebs-Aszendent, der Mond steht im sensiblen Zeichen Fische, mit Jupiter-Konjunktion. Also ein sehr gefühlvoller Mensch mit späterer Neigung zur Gewichtszunahme (Krebs-AC). Der Fische-Mond ist ja wie geschaffen fürs Klavierspiel und die Begleitung feinsinniger Dichtung, und als Liedkomponist hat sich Schubert auch besonders hervorgetan. Eine ausführlichere Biographie liefert Wikipedia - klickstu hier.
Was mich besonders beeindruckt hat, war das kongeniale Zusammenspiel mit der Dichtung Wilhelm Müllers - die Lieder sind einfach und sehr melancholisch, typisch frühes romantisches 19. Jahrhundert. Ich habe jetzt auch verstanden, was damit gemeint war, wenn über Heinrich Heine gesagt wird, er sei ein Überwinder der Romantik - die Gedichte der Winterreise sind noch voll romantisch in dem Sinne, dass ein zurückschauender, bedauernder Ton vorherrscht - während bei Heine immer der Schwenk nach vorne gemacht wird - wichtig ist ja, dass es weitergeht.
In der Münsteraner Winterreise sangen viele Interpreten vom Band, Männlein wie Weiblein. Was rüberkam, war die am Schluss doch sehr schwermütige Stimmung - man sehnte sich nach einer befreienden frühlingshaften Explosion. Es war wie ein Übermaß an Fische-Energie, die förmlich nach der Widder-Befreiung schreit, das passte ja irgendwie auch zur Zeitqualität.. Ich konnte mich nur schwer für einen YouTube-Clip entscheiden, und dann habe ich eine Version mit eingeblendetem Text ausgesucht. Das ist dann doch etwas mehr Information.
Joni Mitchell ist die Mutter aller Singer-Songwriterinnen. In ihrer Vergangenheit hat es ein für sie sehr traumatisches Erlebnis gegeben - sie wurde mit 20 schwanger, unverheiratet und aus spießigem Elternhaus, und gab das Kind zur Adoption frei, weil sie keine Ahnung hatte, wie sie das alles schaffen sollte. 3 Jahre später war sie schon recht bekannt, aber mit gerade mal 21 wusste sie noch nicht mal, wo sie das Geld für Windeln herbekommen sollte. Der Vater verschwand nach Kalifornien, und Joni heiratete Mr. Mitchell - von dem sie sich nach einem Jahr schon wieder scheiden ließ. Sie wollte eben einfach nur weg von zuhause.
Hmmh - klingt interessant. Als Krebs habe ich ja eine Vorliebe für zu Herzen gehende Geschichten, also schaute ich mal nach:
Joni Mitchell, geboren am 7. November 1943 um 22 Uhr in Fort Macleod, Kanada Quelle: Taeger-Archiv oder auch www.astrotheme.fr Horoskopzeichnung
Das nicht so ganz verlässlich klingende Horoskop (Uhrzeit ist doch arg gerundet) ergibt eine Skorpionin mit Krebs-Aszendent, eine künstlerisch sehr feinsinnige Mischung - sensibel wäre das Stichwort für den Krebs-Aszendenten. Und sehr von familiären, gefühlsmäßigen Vorgängen beeinflusst. Eine Frau also, der man die Kinder nicht wegnehmen sollte. Und wenn sie sie selber weggibt, dann wird das ein Leben lang weh tun.
Als das Kind geboren wurde (19. Februar 1965), lief der karmische Mondknoten über Joni Mitchells T-Quadrat aus Mond, Venus, Mars und Saturn, was ja eigentlich für ein problematisches Frauenleben ausreicht - das T-Quadrat meine ich. Krebs-Aszendent, Herrscher Mond in Fische, Venus in Jungfrau und Mars/Saturn in Zwillinge - das deutet schon auf ein schwieriges Gefühls- und Beziehungsleben hin. Wann immer einer dieser Planeten angesprochen wird, mischen die anderen sich automatisch mit ein - das ist nun mal so beim T-Quadrat. Wenn Mütterlichkeit gefragt ist (Mond), wollen Liebe, Erotik (Venus) und lustig-prickelnde Verlässlichkeit (Mars-Saturn) auch mitreden. Heraus kommt ein lautes Wirrwarr, Bliblablub und ach, ich lass es doch besser. Natürlich ist das Horoskop (der Mensch) damit nicht zufrieden, aber wir haben ja ein Leben lang Zeit dafür, den Knoten zu lösen. Es dauerte bis März 1997, der nördl. Mondknoten lief über Joni Mitchells Jungfrau-Venus (und der südliche über ihren Fische-Mond), die schmerzhafte Opposition wurde also zwangsvereint. Beide, Tochter und Mutter, hatten schon geraume Zeit nacheinander geforscht und lernten sich nun endlich persönlich kennen. Natürlich war das alles kein reines Zuckerschlecken, wie auch, aber irgendein Schicksalsgott hatte zusammengefügt, was zusammengehörte.
Als Plutonikerin interessiere ich mich natürlich dafür, was denn passierte, als Pluto über ihre Mond-Venus-Opposition lief (Ende der 60er Jahre). Joni Mitchell beschreibt das als eine Zeit, in der sie sich extrem verletzlich fühlte und jederzeit in Tränen ausbrechen konnte. Das Ergebnis war das Album "Blue", das als ihr persönlichstes beschrieben wird.