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Samstag, 27. März 2010

Die Winterreise

Ich war ja gerade auf Frühjahrsreise bei meiner Mutter in Münster, und wir gehen dort gerne auch in die Oper oder ins Konzert. Meine Mutter hört nicht mehr besonders gut, und ein sehr schönes Ballett stand an: "Die Winterreise" von Franz Schubert, vertanzt von dem großartigen Tanztheater Münster unter Dan Goldin. Ja, das gibt es wirklich, eine Tanzkompagnie an den Städtischen Bühnen Münster.
Ich denke, die machen bestimmt auch auswärtige Gastspiele, um ihre Kosten wieder einzutreiben.
Wir hatten "Die Winterreise" schon einmal gesehen, vor ungefähr 3 Jahren, und ich hatte danach spontan beschlossen, Dan-Goldin-Fan zu werden - leider waren die danach besuchten anderen Ballettaufführungen aber nicht mehr so toll. "Die Winterreise" ist wirklich sowas wie Goldin's Meisterwerk.
Also ganz heißer Tip, falls Ihr mal da vorbei kommt!

Guter Anlass, sich mal mit dem Horoskop von Franz Schubert zu beschäftigen:

Franz Schubert wurde am 13. Januar 1797 um 13h30 in Wien geboren.
Bei Lois Rodden's Datensammlung bekommt er die beste Note, ein AA-Rating.

Das ergibt einen Wassermann mit Krebs-Aszendent, der Mond steht im sensiblen Zeichen Fische, mit Jupiter-Konjunktion. Also ein sehr gefühlvoller Mensch mit späterer Neigung zur Gewichtszunahme (Krebs-AC). Der Fische-Mond ist ja wie geschaffen fürs Klavierspiel und die Begleitung feinsinniger Dichtung, und als Liedkomponist hat sich Schubert auch besonders hervorgetan. Eine ausführlichere Biographie liefert Wikipedia - klickstu hier.

Was mich besonders beeindruckt hat, war das kongeniale Zusammenspiel mit der Dichtung Wilhelm Müllers - die Lieder sind einfach und sehr melancholisch, typisch frühes romantisches 19. Jahrhundert. Ich habe jetzt auch verstanden, was damit gemeint war, wenn über Heinrich Heine gesagt wird, er sei ein Überwinder der Romantik - die Gedichte der Winterreise sind noch voll romantisch in dem Sinne, dass ein zurückschauender, bedauernder Ton vorherrscht - während bei Heine immer der Schwenk nach vorne gemacht wird - wichtig ist ja, dass es weitergeht.

In der Münsteraner Winterreise sangen viele Interpreten vom Band, Männlein wie Weiblein. Was rüberkam, war die am Schluss doch sehr schwermütige Stimmung - man sehnte sich nach einer befreienden frühlingshaften Explosion. Es war wie ein Übermaß an Fische-Energie, die förmlich nach der Widder-Befreiung schreit, das passte ja irgendwie auch zur Zeitqualität..
Ich konnte mich nur schwer für einen YouTube-Clip entscheiden, und dann habe ich eine Version mit eingeblendetem Text ausgesucht. Das ist dann doch etwas mehr Information.

Biddeschöön:

Montag, 30. März 2009

Mehdorn schmeißt hin

Darauf haben ja alle gewartet - und nun ist es endlich soweit: Bahnchef Hartmut Mehdorn macht den Weg frei für einen Neuanfang bei der Bahn.
Wer weiß, was danach kommt - ich bin nach den letzten bösen Erfahrungen jedenfalls erstmal erfreut.

Hartmut Mehdorn wurde am 31.7.1942 in Warschau geboren
Horoskopzeichnung hier rechts, anklicken vergrößert

Mehdorn ist ein typisches Beispiel der Pluto-in-Löwe-Generation, seine Sonne bildet eine Konjunktion mit Pluto und Merkur: Es ist fast unmöglich, ihn bei einer Debatte zu kriegen, er wird immer das letzte Wort behalten. Und seine Sicht der Dinge ist unumstößlich, er hat immer recht.
Sein Rücktrittsangebot sprach er erst aus, nachdem er auf der Pressekonferenz 17 Seiten Bilanzen verlesen hatte - nur damit auch jedem klar würde, dass ein Besserer so schnell nicht kommen wird. Das mag sogar stimmen, denn der laufende Mars muss erstmal durch die Saturn-Opposition (5.4.), bevor er von Uranus inspiriert wird (am 15.4.).

Hartmut Mehdorns Fische-Mond (mit Neptun-Opposition auch noch) ist zumindest für mich bisher unsichtbar geblieben - den geplanten Börsengang der Bahn stellte er ja über alle gemeinwirtschaftlichen Gedanken. Das Image der Bahn hat sich allerdings unter seiner Leitung extrem verschlechtert.
Mehdorn selbst wurde übrigens unter einer Saturn-Uranus-Konjunktion geboren - nun, zur Oppositionszeit, ist wohl Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme.

Als ich am vergangenen Donnerstag in der Bahnhofsmission in Rheine mit der diensthabenden Dame ins Plaudern kam, fragte ich sie auch nach den Schließungsgerüchten und sie antwortete, das sei wohl eines dieser komischen Mehdorn-Gerüchte. Es sei nur beschlossen worden, dass die Bahnhofsmission keine Suppenküche mehr stellen solle und keine Obdachlosenhilfe mehr anbietet, sondern sich lediglich auf die Betreuung der Reisenden konzentrieren solle (Umsteigehilfe etc.).

So ist das, wenn man seinen Fische-Mond ignoriert (oder deligiert) - er wird sich gegen einen wenden und man wird gegen Windmühlen kämpfen (Daten-Affäre, Internet-Spionage) und irgendwann nicht mehr wirklich sagen können, woran man eigentlich gescheitert ist.

Wir Astrologen sehen natürlich die Saturn-Uranus-Opposition auf Mehdorns Mond zulaufen und wissen: Es ist ja wirklich Zeit für einen Wandel.

Dienstag, 15. Januar 2008

Richard Dawkins revisited


Am 6. Dezember schrieb ich zum ersten Mal über Richard Dawkins, dessen neues Buch "Der Gotteswahn" ich ja zum Nikolaus geschenkt bekommen hatte. Inzwischen habe ich das Buch zur Hälfte durch und erlaube mir ein neues Urteil: Dawkins ist in meinen Augen immer noch ein blitzgescheiter und sehr kämpferischer Geist, allein es gibt einiges, was er nicht so recht wahrhaben will. Und über Dinge, die er wissenschaftlich nicht belegen kann, hält er am liebsten den Mund bzw. erklärt sie gleich für Unfug.
Nochmal die Geburtsdaten zum selber Nachgucken:

Richard Dawkins, geboren am 26.3.1941 in Nairobi/Kenia

Dawkins ist also ein typischer Widder, mit Mond, Merkur und Venus in Fische. An dieser Spaltung zeigt sich schon ganz deutlich sein innerer Widerspruch: Vom Verstand her hat er eine sehr diesseitige Einstellung zu allem; der Stärkere siegt und wichtig ist, was hinten rauskommt (so formulierte es einmal Doppelwidder Helmut Kohl).
Der emotionale Schwerpunkt liegt aber weit ausserhalb des Sicht- und Messbaren im Zeichen Fische, wo die Intuition die schlagendsten Argumente hat und man selten sagen kann, warum. Man macht sich auch gerne mal was vor und hat mit Allem und Jedem Mitgefühl.

Das ist doch schon mal schwer unter einen Hut zu kriegen.
Der Fische-Mond fällt im harten Tagesgeschäft ja häufig hinten runter, man hat Angst, zu sensibel, zu weich, zu beeinflussbar zu sein und als Mann ist das Ganze natürlich erst recht unmöglich. (Hillary Clinton tut sich mit ihrem Fische-Mond ja auch schwer, obwohl er ihr wahrscheinlich die Vorwahlen in New Hampshire gesichert hat).

Sonne in Widder und Mars in Steinbock bedeutet (bei klassischer Rollenaufteilung): Ich bin stark und durchsetzungsfähig. Mir kann keiner. Schwächlinge müssen draussen bleiben.
Mond und Venus im Zeichen Fische hingegen verweisen darauf, dass die emotionalen Werte ganz klar an die weibliche Hälfte der Bevölkerung delegiert werden. Gefühle sind Frauensache und an diesen undeutlichen Tümpel wagt mann sich besser gar nicht erst ran.
"Nagel mal nen Pudding an die Wand" sagte mein Vater gerne, wenn ihm etwas zu undeutlich wurde - auch er hatte einen Fische-Mond.

Dawkins beschreibt in seinem Buch immerhin, dass der Feminismus mit (grammatikalisch falschen) Formulierungen wie Herstory oder der Kritik der Gleichsetzung von Mann und Mensch (im englischen = man) ihm half, das Bewusstsein zu erweitern. Und genau das hat er eben auch mit seiner Kritik des Gottesbegriffs vor.
Allerdings gibt es diese Kritik am monotheistischen Gottesbild schon lange - im Buddhismus z.B. wird der Unterschied zwischen einseitigem Denken und der (angestrebten) weit offeneren buddhistischen Sichtweise, wonach keine einzelne bestimmte Wesenheit für alles verantwortlich ist, sondern wir Menschen uns durch unsere (verschrobenen) Gedanken die Wirklichkeit in jedem Moment selber schaffen - dieser Unterschied wird vorausgesetzt!
Aber zum Buddhismus will sich Dawkins ja gar nicht äußern, wie er schon im Voraus bemerkt. Schade eigentlich.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Jupiter-Pluto: Der Gotteswahn

Dieser freundliche Mann hat einen enormen Sturm im Wasserglas ausgelöst und sich mit allen religiösen Fundamentalisten (egal ob ost oder west) gleichzeitig angelegt: Der Wissenschaftler Richard Dawkins ist der Mann der Stunde. Ich sah neulich im Fernsehen ein Interview mit ihm (auf 3sat) und dachte: Dieser Mann hat ja wirklich vor nichts Angst.
Er schrieb den Bestseller "Der Gotteswahn" (The God Delusion) und der verkaufte sich millionenfach (allein das reicht ja schon für journalistische Kritik - NEID!!!).
Seine These: Die monotheistische Welt ist nur eine von vielen denkbaren (und bereits vergangenen). Die Wirklichkeit ist doch viel großartiger, wenn man sie vorurteilsfrei betrachtet. Und an Gott (als Schöpfer etc.) zu glauben, macht ungefähr so viel Sinn, wie an ein großes fliegendes Spaghettimonster (oder eine kreisende Teekanne etc.).

Zur besseren Vorstellung hier mal ein kurzer Ausschnitt:
"Der Gott des Alten Testaments ist die unangenehmste Gestalt der gesamten Dichtung: eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Kontroll-Freak; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, kinds- und völkermörderischer, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann."

Richard Dawkins, geboren am 26.3.1941 in Nairobi/Kenia

Dawkins ist Widder mir drei Planeten (Mond, Merkur, Venus) im kreativen Zeichen Fische und einem sehr bodenständigen Steinbock-Mars. Er wurde in eine britische Soldaten-Familie geboren, die bald wieder nach England zurückversetzt wurde. Dort studierte er Biologie und ist inzwischen Professor in Oxford.
In bester angelsächsischer Tradition hinterfragt er die Binsenweisheiten, mit denen wir aufgewachsen sind - und es bleibt kaum noch etwas übrig, das den ganzen militanten Ärger lohnt.
Es braucht ja eine Menge Widder-Energie (und Steinbock-Mars-Durchhaltevermögen), um sich mit der religiösen Bible-Belt-Gemeinde und der Al-Qaida-Fraktion gleichzeitig anzulegen. Dawkins hat Glück, dass er als englischer Professor genügend akademische Leichtigkeit mitbringt, um den Medienterror auszuhalten. Er ist ja zudem gewitzt genug, um auf alles eine applausfähige Antwort zu haben - seine lockere Präsens läßt einen luftigen Zwillinge-Aszendenten vermuten.
Ich bekam das Buch zum Nikolaus - und freue mich auf die Weihnachtszeit, in der ich es verschlingen kann.

Richard Dawkins' Webseite

Richard Dawkins im Interview