Hier seht Ihr das Symbol einer amerikanischen Fernsehserie - und wenn man es genau betrachtet, ist hier schon ein Hinweis auf die von mir so geliebte Baumbestattung. Gestern war ich zum ersten Mal bei so einer Veranstaltung, und alle meine Wünsche wurden erhört, meine Erwartungen erfüllt. Zu meiner Entlastung muss ich sagen, dass Pluto gerade in Opposition zu meinem Merkur herumschiebt - mein Freund Shrek findet mich manchmal etwas morbide. Am Abend vorher sah ich übrigens die besagte Fernsehserie, erst die allerletzte Folge - und dann fing das Programm gleich nochmal mit der ersten wieder an - es war also sowas wie ein Ratzfatz-Überblick über alles, was passiert. Am Schluss sind natürlich alle Beteiligten tot (nach unterschiedlich langem Leben, im Zeitraffer), ist ja klar.
Die Beerdigung von meiner Freundin Beate fand auf dem Waldfriedhof in Stahnsdorf statt - ein wunderschönes altes baumreiches Gelände südlich von Berlin, mit einer exquisiten kleinen hölzernen Kapelle. Dort war ein Foto von Beate aufgestellt, umgeben von Blumen und ganz vielen Teelichtern. Es waren 50-60 Trauergäste da, Beates Ehemann natürlich und ihre Familie. Dann Freunde und Bekannte, alle gleichermaßen erschüttert von dem plötzlichen Tod einer Freundin oder Kollegin. Den Soundtrack lieferte ein Sitar-Spieler - so als wäre Ravi Shankar persönlich anwesend, das gab der Veranstaltung einen herrlich neptunischen Touch. Nach einer knappen halben Stunde mit sehr persönlichen Abschiedsreden zuckelten wir los - ich wurde von einem Gärtner-Mobil gefahren. Wolfgang hatte vorher einen Baum ausgesucht, der inmitten von vielen anderen stand, um den versammelten wir uns. Die Urne war in einem Loch am Baum beigesetzt worden und wir gaben nacheinander noch eine Handvoll Erde hinterher. Der Friedhofsgärtner erklärte mir hinterher, dass es pro Baum 4 Bestattungs-Möglichkeiten gibt, für jede Himmelsrichtung eine, und die mitgebrachten Blumen bleiben noch ein paar Tage liegen - bis sie nicht mehr schön aussehen.
Ich sage Euch - so eine friedliche und liebevolle Atmosphäre habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Es war so, als hätten sich alle Egos für eine Weile verabschiedet und wir hielten uns alle an den Händen - ohne zu ziehen oder zu drücken. Das muss der Zustand sein, nachdem sich alle Süchtigen sehnen - nur ist das mit Alkohol oder Drogen eben nicht zu schaffen.
Heute nun ein Nachruf - das wird eine schwere Aufgabe, soviel schon mal vorweg. Meine Astrofreundin Beate Metz ist in der Nacht von letzten Sonntag auf Montag im Schlaf gestorben - davon träumen wir doch im Grunde alle, und ich bin fest davon überzeugt, dass ein solcher Tod ein großes Geschenk ist.
Ich lernte Beate in meinem ersten Wochenendseminar kennen - es ging damals um Partnerschaftsastrologie und jeder Teilnehmer hatte ein bestimmtes Horoskop mit dabei, welches analysiert wurde. Beate war damals die einzige, die verheiratet war, und das Composit bzw. die Synastrie mit ihrem Mann Wolfgang waren sehr aussagekräftig und lebendig. Sie sagte hinterher "Eigentlich hatten wir uns schon gedacht, dass etwas Schönes dabei herauskommen würde." Da sprach der Waage-Aszendent, den ich später noch besser kennenlernen würde. Wir entschlossen uns beide, die Intensivausbildung am Astro-Zentrum Berlin zu machen - das war damals (1991) der erste Berliner Ausbildungskurs. Jeden Vormittag, ein Jahr lang. Da lernt man die Mitschüler eigentlich ganz gut kennen. Beate war nicht sehr auffällig - immerhin stand ihr AC-Herrscher Venus im 12. Haus, aber sie war unverzichtbar, wenn die Macho-Energien im Kurs zu dominant wurden. So setzte sie durch, dass die Taschenrechner (zur Horoskopberechnung) mit Solarenergie betrieben waren und wir Tee aus der Teekampagne tranken. Soviel Bewusstheit musste sein. Als ich am Ende des Kurses die DAV-Prüfung ablegte, stand Beate mit 2 Piccolofläschchen Sekt vor der Tür - ich war verblüfft und glücklich überrascht über diese unerwartete Zuwendung. Kurz vorher hatte ich am Telefon noch ein paar wichtige Fragen wg. der Asteroiden mit ihr geklärt - das war zu ihrem Spezialgebiet geworden. Sie legte großen Wert auf die Miteinbeziehung der Asteroiden in die Horoskopdeutung - auf ihrer Homepage Pallas Athena könnt Ihr ihre Sicht der Dinge gut nachvollziehen.
Nach der Ausbildung begann sie, englischsprachige Astrologie-Bücher ins Deutsche zu überseztzen - ein ziemlicher Knochenjob und bestimmt nur für Idealisten erträglich. Aber sie lernte viel darüber, was in der Welt der Astrologie-Infizierten sonst noch so los ist. Ein interessanter Job war die Übersetzung von Richard Houcx "Der Tod in der Astrologie" 1997. Beate erzählte mir hinterher, dass diese Arbeit ein ganz schöner Trip war. Als Skorpionin hatte sie alle Methoden auch auf ihr eigenes Horoskop bzw. die ihrer Lieben angewandt - mit dem Endeffekt, das man eben eigentlich ganz genau doch nichts sagen könne. Es war eine Reise in die Zwischenwelt - und wieder zurück.
In der Nacht zum Montag den 10. August ist sie nicht wieder zurückgekehrt. Ihre Homepage wird hoffentlich noch eine Zeit lang zugänglich sein. Beate war zuverlässig, fleissig, hilfsbereit, liebevoll und mit ganzem Herzen bei der Sache. Und übrigens ziemlich witzig. Das ist mehr, als man von vielen anderen sagen kann.
Die Tarotkarte, die ich für sie gezogen habe, ist "Die Hohepriesterin".
Hier haben wir das astrologische Symbol für den Asteroiden Pallas. Pallas steht im Horoskop für die innere Weisheit, die Intuition, die kreative Schöpfungskraft. Klingt super, oder? Die Position der Pallas sollte in jeder Horoskopbesprechung eine Rolle spielen, speziell wenn es sich um die "jungen Kreativen" handelt. In meiner Ausbildungsgruppe (1991/92) kam die amerikanische Astrologin Demetra George zu Besuch und leitete ein Wochenende, unter anderem zum Thema Asteroiden, das war damals noch ihr Spezialgebiet. Ich persönlich interessierte mit mehr für die "Dunkle Seite des Mondes", aber meine Mitschülerin Beate Metz hatte sofort Asteroiden-Feuer gefangen. Heute hat sie eine eigene Astrologie-Praxis und schreibt für ihre Website Pallas Athena wöchentlich eine neue Prognose - Fährten lesen nennt sie das.
In der neuesten Ausgabe (von gestern) zitiert sie einen sehr beeindruckenden Text von Henry David Thoreau:
„Wachse wild - beaufsichtige dich nicht ständig - geh deinen Ahnungen nach - lass nichts zwischen dich und das Licht treten - sei nicht geizig mit dir – jage deinem Leben nach – respektiere die Menschen nur als Brüder – genieße das Land, doch besitze es nicht – sei mit Entschlossenheit, was du bist – lass die Gesellschaft nicht das Element sein, in dem du schwimmst – arbeite mehr an dir selbst – mach deinen Lebensunterhalt nicht zu deiner Arbeit, sondern zum Spiel – vereinfache dein Leben – tu, was du wirklich liebst – koste die Welt aus und verwandle sie dir an – lass dich vom Schoss der Erde tragen – nimm dich in Zucht, um dich der Liebe hinzugeben.“