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Dienstag, 20. September 2011

Fliegen mit Rollstuhl

Zur Vorgeschichte: Ich habe seit ca. 20 Jahren MS, kann aber noch etwas alleine laufen.

Seit mein Freund, der tollkühne Shrek, vor einem Jahr in die Schweiz gezogen ist (GELD!!!), hat sich mein Leben mal wieder drastisch verändert - Gesundheit weg, Mann weg - doch Hilfe ist schon unterwegs:

Ich habe mir einen Reiserollstuhl verschreiben lassen, denn damit kann ich prima im Flugzeug verreisen.

Hier links seht Ihr das Faltblatt, das der Zürcher Flughafen ausgelegt hat, und ehrlich gesagt habe ich da keinen Rollstuhlfahrer mit Laptop gesehen, aber die Betreuung in Zürich war vorzüglich! careport nennt sich der Customer Mobility Service.
Überhaupt ist der Zürcher Flughafen zwar ziemlich weitläufig, aber Air Berlin hat da eine gute Organisation gefunden, Schalter gut zu erreichen etc.

Etwas anders sah es auf der Hinreise aus - natürlich gibt es in Berlin auch so eine Organisation, die sich um Behinderte kümmert - die heißt Rollmops. Tja, das ist der ganz eigene Berliner Charme. Leider sind die Betreuer zwar sehr freundlich und hilfsbereit, aber garantiert nicht so gut bezahlt und auch nur mäßig ausgerüstet.
Vielleicht wird ja mit dem neuen Großflughafen alles besser - man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Ich habe mir auf dem Zürcher Flughafen noch etwas Schoggi für die letzten Franken gekauft - Champagnertrüffel - die genieße ich jetzt abends immer stückweise. Köstlich!
Denn ehrlich gesagt war ich doch ganz schön fix und fertig, als ich wieder zuhause ankam - trotz Hilfe und Unterstützung und allem drum und dran. Kranksein ist einfach Mist. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal ja besser, dann weiß ich nämlich, was auf mich zukommt.

Samstag, 11. Juni 2011

Samstagsgedanken

Ich habe vorgestern den ersten Flug nach Zürich gebucht im September und das geht so:
Erstmal braucht man dafür einen (klappbaren) Reiserollstuhl, hat meine Ärztin mir verschrieben.
Damit fährt man zum Check-in und bekommt da für den Flug einen speziellen Rolli – der eigene Reiserollstuhl wird als Gepäck aufgegeben. Wenn man noch ein paar Schritte selbst laufen kann, sind die glücklich. Bei der Ankunft dasselbe Spiel rückwärts, Dein eigener Rolli trudelt dann wohl auf dem Gepäckband. Platzreservierung koschtenlos dabei.
Dafür gehe ich doch gerne ins Reisebüro. Sie brauchten die Abmessungen von meinem Rollstuhl (hab ich ja noch nicht, reicht aber auch ca.) und die Nr. von meinem Schwerbehindertenausweis. Da gehen doch ganz neue Türen auf, finde ich.
Wir gucken jetzt mal, wie es geht, und dann kann man ja vielleicht auch weitere Ziele in Angriff nehmen.

Freitag, 27. Mai 2011

Geschafft - erlederitzt!

Liebe Freunde - ich bin gestern zum ersten Mal ganz alleine mit meinem Goggomobil unterwegs gewesen, und es war eine helle Freude. Gesunde Menschen können sich nur schwer wirklich vorstellen, was das heißt, endlich wieder selbstbestimmt unterwegs zu sein, einzukaufen usw.
Fotos folgen, versprochen!

Mittwoch, 25. Mai 2011

Saturn-Quadrat

Das ist Saturn, auch der "Hüter der Schwelle" genannt. In diesem Jahr habe ich ein heftiges Saturn-Quadrat zu verarbeiten, ich bin nämlich Krebs (mit Sonne, Mond und Merkur im Zeichen Krebs).
Mein Freund, der tollkühne Shrek, hat zwar einen Krebs-Aszendenten, aber Sonne, Mond und Saturn im gegenüberliegenden Zeichen Steinbock. Ich schließe daraus, dass er das Saturn-Quadrat zwar ebenso spürt, insgesamt jedoch etwas professioneller handhabt.
So ist er zum Geldverdienen in die Schweiz gezogen - und ich habe ja (MS-bedingt) einen Elektrorollstuhl von meiner Mama bekommen. Das ist in Zukunft bestimmt eine dolle Erleichterung für mich (Einkaufen, Freunde besuchen, im Volkspark rumgurken), allerdings muss ich bis dahin noch ein paar Probleme lösen. So wird das Gerät vor meiner Wohnung aufgeladen und im Fahrstuhl transportiert, also wieder auf ebenerdige Höhe gebracht.
Und damit hapert es (Saturn!)
Shrek ist ja professioneller Umzugstechniker und hat mir jetzt eine Zeichnung gemailt, wie er das Problem schon mal gelöst hat (ich nämlich nicht bisher).

So, und mit diesem Ausdruck werde ich mich heute nachmittag noch mal ranmachen.
Drückt mir die Daumen!

Samstag, 14. Mai 2011

Goggomobil-Update

Hier mal das Neueste von der Elektromobil-Front:
Es ist mir Einiges gelungen - das Mobil vor meine Wohnungstür zu bugsieren, neue Akkus zu bestellen (sind vorgestern gekommen!), eine Aluminium-Rampe zu bestellen (ist letzte Woche gekommen!), eine Plastik-Wäscheleine zu besorgen, aus der ich Schlingen basteln will, damit ich die Rampe vor die Tür legen kann - und nun muss ich nur noch auf Shrek warten (kommt nächstes Wochenende!); dann wird endlich alles gut.

Mein Schulfreund hat mir ein Zitat (aus Foren) geschickt, das mir Mut machte, wo doch zur Zeit alles eher schwierig scheint:
"Hier im Haus wohnen auch Behinderte, die haben sich eine Rampe unten hingelegt die man ganz leicht an die Wand stellen kann. Auch die Müllmänner benutzen die jetzt."
--
"Meine Nachbarn haben mich schon öfters darauf angesprochen, dass sie die Rampe ausgesprochen praktisch finden. Man kann sie für seine jeweiligen Bedürfnisse (Kinderwagen, Fahrrad, Rollenkoffer,...) anpassen, da die Schienen nicht fixiert sind. Anfangs hat man mich noch gefragt, ob man die Rampe auch benutzen dürfe. Mittlerweile wissen aber alle, dass ich absolut nichts dagegen hab."
Nicht sehr astrologisch ich weiß, aber zur Zeit habe ich mal wieder mehr mit mir selbst zu tun. Ich verspreche, Euch ein Foto von meinem ersten Ausflug zu schicken.

Samstag, 9. April 2011

Sonntag - Spasstag

Und Musiktag! Aber dazu später.

Erstmal eine freundliche Begrüssung für meinen neuen Freund, den dynamischen Rentneraktivisten:

HALLIHALLO!


Ich habe nämlich bald auch so ein schickes Gefährt und dann fege ich hier freewheeling durch die Gegend und kann endlich wieder in meinem Lieblingssupermarkt einkaufen, ohne meine Beine so fix und fertig zu machen.
Und ich kann meine Freunde besuchen und im Volkspark die Natur geniessen - ach das wird einfach klasse - und vielleicht sogar noch vor Ostern was.
Danke, Mama!

Der gestrige Bestellkauf hatte eine umständliche Vorgeschichte, ich erspare Euch die Details. Aber Rentnermobile haben eine Zielgruppe, die mir total unverständlich ist (Eigenheimbesitzer mit Garage und wöchentlichem Vereinsgruppentreff - brrrh).
In der Großstadt und noch dazu in einer Mietwohnung ist das alles nicht so einfach. Aber ich habe es ja auch geschafft und gebe gerne Ratschläge.

Und dann erwarte ich ja noch den neuen Reiserollstuhl, zusammenklappbar und im Kofferraum zu transportieren, den meine Ärztin mir beim nächsten Termin verschreiben soll. Ich habe noch keine Ahnung, was die Krankenkasse für Modelle in solchen Fällen vorsieht, ich muss ja nehmen, was die mir anbieten, aber es ist ja nur für die Reise.

Und ja, es geht aufwärts. Shrek ist sehr zufrieden mit seiner neuen Bude und da bin ich natürlich auch glücklich.

Der Musikclip kommt heute von Paul Simon, einem meiner Alltime-Favoriten. Er hat ja eine neue Platte rausgebracht, die könnt Ihr Euch hier anhören.
Meinen Lieblingssong "Love and Hard Times" (Venus-Saturn? Venus-Pluto?) zupft er hier live, mit schütterem Haupthaar und Vampir-Fingernägeln.
Man muss sich drauf einlassen - Krebs-Mond will das so.


Sonntag, 16. Januar 2011

Mars lief über meinen Saturn

Das ist ja eine ziemlich holperige Konstellation ...
Aber der Reihe nach, brühwarm frisch erlebt:
Icke also nochmal kurz einen Mittagsschlaf gemacht (13-14h) und dann los, zum Kopierladen. Ging alles glatt, erste Etappe erledigt. Noch A4 Briefumschläge mit Sichtfenster gekauft, sehr freundliches Personal. Dann ging’s los: Ich wieder raus zum Dreirad, aufgeschlossen, Handschuhe hatten keinen Grip, der Schlüssel fiel – plong – in den Rost vor’m Schaufenster. Arrrgh! Das hatte ich ja jedesmal befürchtet, das sowas mal passieren könnte – und plumps war‘s geschehen. Icke also wieder rein zum Tresen, ich brauche Ihre Hilfe … Der Typ ging ins Kabuff, kam wieder, rief den Hausmeister an. Na super, dauert bestimmt Stunden … ich mich auf einen Stuhl gesetzt und gewartet … Nach einer 1/4 Stunde kam der Hausmeister, ging in den Keller, kam wieder und sagte, er habe den richtigen Schlüssel nicht … Nach weiteren 10 Minuten kam der Chef (Scheffe) und hat mir doch tatsächlich mit einem freundlichen Lächeln den Schlüssel überreicht.

Ich erstmal glücklich, musste aber natürlich meinen weiteren Plan umstellen und gleich zur Krankengymnastik. Dort brühwarm mein Abenteuer erzählt und gesagt, ich habe noch einiges hinterher zu erledigen und könne mich nicht ganz fertig machen. OK, halbes Programm.

Zu meiner großen Überraschung war mein Körper gar nicht so runter nach 4 Wochen Zwangspause, wie ich befürchtet hatte. Das tat schon mal gut. Aber ich hatte ja noch so einiges vor der Brust …

Dann weiter geradelt zum Druckertinten-Laden, da hing ein Schild im Fenster, sie seien umgezogen. Oh neee …

Ich also weitergeradelt und den neuen Laden gesucht, erstmal falsche Richtung natürlich, weil man hier in B ja nicht weiß, wie die Hausnummer-Zählung geht … OK, der neue Laden befindet sich gegenüber vom Kopierladen am U-Bhf., auch nicht schlecht zu wissen.

Icke also rein, die Druckerpatrone neu befüllen lassen. Man konnte beim Warten sitzen! In dem Laden roch es so pfeffrig, der Angestellte sagte mir, sie seien da eine Woche drin und vorher war ein indischer Gewürzhändler da und den Geruch kriegen sie auch durch Lüften nicht raus .. Wer weiß, was die da verkauft haben.

Ja, und das passierte an dem Tag, als Mars über meinen Saturn lief. Gestern hat sich auch noch die Sonne meinem Saturn genähert und ich fühle mich, als hätte ich Valium eingepfiffen. Dabei nehme ich gar nichts, noch nicht mal MS-Medikamente.
Und einen neuen Schlüsselanhänger habe ich, der garantiert nicht mehr so schnell irgendwo durchrutscht. Es ist der lebenslustiger Tiger (auch Tigger) aus "Pu der Bär".



Mittwoch, 15. Dezember 2010

Östlich der Elbe beginnt die asiatische Steppe

... so soll Konrad Adenauer schon gesagt haben, und angesichts der gruseligen Wetterverhältnisse hier in Berlin kann ich dem ja auch nur zustimmen.
Dank meiner MS-Schwerbehinderung komme ich damit nicht einfach klar,
heute bin ich zum Beispiel damit beschäftigt, mein 3rad freizuschaufeln, um über die Strasse zur Krankengymnastik zu kommen.
Vielleicht habt Ihr den Eindruck, ich sähe die Welt ja ein bisschen schwarz, aber der Alltag ist eben auch nicht leicht für mich und ich hoffe mal, dass heute alles gut geht.

Denn eigentlich geht ja letzten Endes auch immer alles gut ...

Samstag, 20. November 2010

Haushaltshilfe für Wackelige


Hier blickt Ihr mal eben in mein Wohnzimmer - ich habe heute Waschtag und benutze zum Wäschetransport diesen Teewagen. Er hat etwas größere Räder und rollt ganz leicht über den Teppich dahin, wo ich ihn haben will. Wenn meine Mutter zu Besuch ist, freut sie sich über eine Hilfe beim Essenauftragen. Für Schwerbehinderte wie mich ein inzwischen unverzichtbares Möbel.

Dienstag, 14. September 2010

Dit is AUCH Balien! - die Zweite

Vielleicht erinnert Ihr Euch - vor ein paar Wochen ist mein Personalausweis abgelaufen und ich bekam freundlichen Besuch vom Bezirksamt. Nun ist der neue Ausweis fertig, und der Herr hat ihn mir vorbeigebracht.
Ist das schwerbehindertenfreundlich? Ich bin jedenfalls begeistert von Berlin.

Samstag, 4. September 2010

Mein neues Vorbild



Diesen Link habe ich von meinem Schulfreund geschickt bekommen - er hat einen kräftigen Schütze-Aszendenten.
Ich habe Nick Vujicics Geburtsdatum über Wikipedia herausgefunden - und stellt Euch vor, er hat die Sonne und 4 weitere Planeten im Zeichen Schütze!

Als Buddhistin habe ich ein paar Schwierigkeiten mit dem missionarischen Eifer, der einem aus den Videos entgegenspringt - aber hey, der Mann ist eben Schütze! Amen!

Vujicics Mond steht im Zeichen Krebs und er liebt es, von anderen umarmt zu werden.
Mond im Quadrat zu Saturn/Pluto, denn er wurde zur Konjunktion von Saturn und Pluto Ende Waage geboren (4.12.1982 in Melbourne). Da können wir mit vielen seelischen Vernichtungsgefühlen rechnen - inneres Durchleben der schlimmsten Selbstmordphantasien.
Und Auferstehen aus den dunkelsten Sackgassen des Lebens.
Für noch mehr - klickstu hier.
Für mich ist Nick Vujicic übrigens eher ein Beweis dafür, dass Astrologie funktioniert, als ein Beweis für die Existenz Gottes.
AMEN!


Freitag, 27. August 2010

Dit is AUCH Balien!

Liebe Freunde - vielleicht habt Ihr Euch schon gewundert, wo ich denn geblieben bin - ich habe momentan ziemlich viel anderes im Kopf und mache, glaube ich, eine kleine Pause.
Zumindest, was die Veröffentlichung meiner astrologischen Gedanken angeht - die habe ich natürlich immer noch, keine Frage.

Gestern hatte ich aber ein tolles Erlebnis, was meine Unterpersönlichkeit als MS-Kranke angeht:
Mein Personalausweis ist vor zwei Wochen abgelaufen, und (auf Antrag per Email) bekam ich Besuch von einem Beamten des Bezirksamtes. Er holte die notwendigen Unterlagen ab (biometrische Fotos, 8 € und eine Unterschrift, die eingescannt wird und auf den neuen Ausweis kommt). In drei Wochen bringt er mir den fertigen Personlausweis wieder.
OK, ich bin nicht ganz naiv und weiß auch, dass diese "Erfassung" ja im Sinne des Staates ist - ich bin trotzdem dankbar für diese Hilfe.

Und ich bin immer wieder überrascht, was für Schwerbehinderte von staatlicher Seite getan wird! Leider manchmal ziemlich schlecht, aber es gibt offensichtlich Menschen, die dafür arbeiten, dass Deutschland ein Sozialstaat ist und bleibt. Vor 10 Jahren bin ich noch selber zur Polizeidienststelle gehoppelt - war ja damals auch noch kein Problem. Heute habe ich Hilfe bekommen, und ich bin ziemlich dankbar dafür.

Achja, und in Berlin ist diese Freundlichkeit ja übrigens NICHT selbstverständlich!

Dienstag, 26. Januar 2010

Kältestarre

Vielleicht wird heute der kälteste Tag mit der darauf folgenden kältesten Nacht des Jahres, wer weiß.
Hier in Berlin scheint dazu gottlob die Sonne, das hebt die Laune ja ein bisschen. Ansonsten sitze ich hier in meiner Wohnung im 5. Stock seit Weihnachten fest - ich traue mich auch mit meinem 3-Rad nicht raus auf die vereiste Straßenlandschaft. Mittags kommt Herr Fuhrmann, der freundliche Essensbote vom DRK, und hilft mir dabei, auch als kranker Mensch alleine gut klarzukommen. Jede Woche bestelle ich mir frische Milch und Kekse beim Kaisers-Lieferservice, aber so langsam habe ich die Nase voll von dem immer gleichen Futter.
Für die körperliche Fitness (anstatt Krankengymnastik) mache ich Treppensport, das ist einmal 5 Stockwerke runter, im Briefkasten nachschauen und dann die 5 Stockwerke wieder hoch. Danach bin ich ganz schön k.o. und mache erstmal Mittagsschlaf.

Für den Geist hier noch ein hübscher Link - Byron Katie gibt's auch auf twitter.