Dienstag, 13. Januar 2009

Nochmal aus aktuellem Anlass: Daniel Barenboim

Aus aktuellem Anlass (Gaza-Krieg und das West-Eastern-Divan-Orchestra auf Tournee) nochmal ein Zitat aus der Astro-Teestunde im September 2007.
Los gehts:

Die politische Weltlage ist nach 9/11 nicht besser geworden, aber Israel und Palästina haben eine noch längere Tradition der Zwietracht. Bereits kurz nach der Staatengründung 1948 ging der Ärger los - und ist bis heute fester Bestandteil der Abendnachrichten.
Hintergrund ist die Neuaufteilung der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg, als Israel, das verständlicherweise misstrauisch war und nun ENDLICH auch mal ein Zuhause haben wollte, seine eigenen Rechte anmeldete und Ben Gurion den Staat Israel ausrief -
8 Stunden, bevor das britische Mandat in Palästina, der gewünschten Gegend, auslief. Ein eigener palästinensischer Staat wurde danach nie wirklich gegründet, es blieb ein Kuddelmuddel aus verschiedenen Interessen, u.a. von Ägypten und Jordanien. Interessanterweise teilen Israel und "Palästina" sich auch noch die Hauptstadt (Jerusalem), was zu weiterem Ärger führt.

Wir haben also 2 Staaten mit einem fast identischen Horoskop:

Israel, geboren am 14. Mai 1948 um 16h00 in Jerusalem
Palästina, unabhängig am 15. Mai 1948 um 00h00 in Jerusalem

Man könnte sagen, das sind Zwillinge oder zumindest sehr enge Geschwister. Zwei Stiere, der eine mit Waage-Aszendent (Israel), der andere hat einen Wassermann-Aszendenten (Palästina).
Eine schwierige Struktur des Horoskops müssen die beiden sich teilen: Das große Kreuz in den fixen Zeichen, was auf beiderseitige Sturheit und unbewegliches Beharren auf dem eigenen Standpunkt hinweist.
Die Sonne (oberste Autorität) steht im Zeichen Stier, Mars (Militär) in Löwe, Chiron (Verletzlichkeit) im Skorpion und Lilith (Zickigkeit) im Wassermann.
Das ist doch schon mal ein explosives Gebräu.

Israel mit seinem Waage-Aszendenten hat es leichter, für gute Stimmung zu sorgen und auf kooperativ zu machen - der Mond steht allerdings im Zeichen Löwe und hält es immer wieder für selbstverständlich, dass man ihn für etwas Besonders hält. Ufffh.
Palästina mit dem Wassermann-Aszendenten hat Pluto und Saturn direkt am Deszendenten - gar nicht so einfach, mit denen zu sprechen, ohne ein Arschloch zu sein. Man wird fast automatisch zum gefühlskalten Monster. Oder Palästina selbst wird zum Ekel - es denkt sich immerzu neue Scheusslichkeiten aus.

Und nun zwei solche Prinzessinen auf der Erbse im Kindergarten? Da muss ein Sozialarbeiter ran, oder zumindest eine gut geschulte Vermittlungskraft, die immer hin- und herrennt. Wenn wieder einer eine Bombe wirft oder der andere die Mauer noch 10 cm höher baut. Eigentlich wissen wir ja, dass Mauerbau nix bringt, aber Israel argumentiert mit seiner schlimmen Vergangenheit und macht Kritiker ziemlich schnell mundtot.

Es gibt 2 Vermittlings-Versuche, die ich kreativ finde.
Der erste stammt vom Dirigenten Daniel Barenboim und heißt West-Eastern Diwan Orchestra. Es ist ein junges Symphonieorchester und besteht zu 40% aus israelischen, 40% palästinensischen und 20% internationalen Musikern. Am 28.8.2007 traten sie sehr erfolgreich in der Berliner Philharmonie auf.
Website des Orchesters

Daniel Barenboim, geboren in Buenos Aires am 15. November 1942 um 11h35
Horoskopzeichnung

Barenboim hat Sonne, Venus, Merkur und Mars im Skorpion und einen Wassermann-Aszendenten. Er ist also geboren, um in die Tiefe zu gehen, sich nicht mit Vorurteilen abspeisen zu lassen, immer weiter den langen plutonischen Bohrer anzusetzen und eine Heilung herbeizuführen, sei sie auch noch so schmerzhaft. Der Wassermann-Aszendent (mit Wassermann-Mond im 1. Haus) gibt ihm immer wieder die Energie, sich zu distanzieren und einen überpersönlichen Standpunkt einzunehmen.
Er betont die verbindende Kraft der Musik: Wer zusammen musiziert hat, wird nicht mehr gegeneinander kämpfen wollen.
Mitglieder des Orchesters erzählen, dass sie bald feststellten, dass sie mehr verbindet, als sie dachten: das gleiche Essen, die gleiche geliebte Landschaft, die gleiche Lieblingsmusik - oft gehen sie nach heißen Diskussionen einfach zusammen in die Disco und tanzen sich - ganz kreativ - den Ärger weg.

Shrek auf großer Fahrt


Liebe Freunde, hier seht Ihr, was Shrek mir aus der großen weiten Welt so zuschickt - zur Zeit ist er in Bangkok und wartet auf den Zug nach Laos.
Was für ein Leben!
Ich kann ja krankheitsbedingt bei solchen Gewalttouren nicht mehr dabei sein - ehrlich gesagt gefällt es mir hier auch besser, ich bin ja ein mitteleuropäisches Heimatkind und bin noch nie auf Fernreisen gestanden.
Aber der Shrek mit seinem Schütze-Mars muss einmal im Jahr für 5 Wochen raus, und jetzt - im Januar - ist es mal wieder soweit. Also drücke ich ihm die Daumen, dass alles gut geht und er sich nix einfängt so unterwegs. Er bringt übrigens immer tolle Mitbringsel mit, Früchte und Räuchermännchen, die stinken dann zuhause wie ein Klo-Stein - na so ist halt die große weite Welt.

Noch ein P.S.: Auf dem Foto oben soll ein Elefant vorkommen - ich kann ihn nicht finden - Ihr vielleicht?!?

Samstag, 10. Januar 2009

Heiner Müller

Auch wenn er von Astrologie wahrscheinlich nicht viel hielt - in dem nach der Wende erschienen Buch "Krieg ohne Schlacht" hat er's genau beschrieben:
"Ich war eine schwere Geburt. Sie hat lange gedauert, von früh bis 9 Uhr abends. 9. Januar 1929."

Na, mit dieser Aussage sind wir doch sehr zufrieden.

Heiner Müller, geboren in Eppendorf/Sachsen am 9.Januar 1929 um 21h00

Das ergibt einen Steinbock mit Jungfrau-Aszendent.
(Die Zeichnung zum Vergrößern kurz anklicken)

Ich habe seine letzten Jahre ziemlich persönlich mitbekommen - ich kenne kein Mädel meines Alters, das dazu noch Theaterwissenschaft studierte, welches nicht ein Stück weit verknallt war in diesen Titan des Gegenwartstheaters.

Seine Stücke waren ganz klar und dennoch unheimlich - eine Lösung zum Positivern gab es in den scheusslichen Lehrstücken eigentlich nie. Ein kalter Grusel fuhr durch unsere Mitzwanziger-Seelen. Zum ersten Mal beschäftige ich mich ernsthaft mit Stalin, Brecht, Stasi und allen Fussangeln, die sich meiner naiven Seele schon bald anboten.
Zu der Zeit hatte ich auch eine (sehr schwierige) Liebesbeziehung zu einem hübschen jungen Mann in Ost-Berlin. Er arbeitete am Theater und wir sahen viele aktuelle Inszenierungen (zwischen 1986 und '89).
Habe ich schon erwähnt, dass Pluto bei mir am AC steht und ein Quadrat mit Venus bildet? Na ja, das war sowas.
Mein Freund baute damals Marionetten und ein Projekt waren "Die Bauern" von Heiner Müller. Der Dichter selbst war zur Erstaufführung 1961 für dieses Werk in eine "Fehleranalysen"-Diskussion geraten und seine (negative) Karriere begann. Mars-Saturn kommt ja NIE direkt zum Ziel (trotzdem weiterhin viel Glück, Andrea Ypsilanti!)
Über die Probenarbeiten gab es viele lustige Geschichten zu erzählen - der Steinbock-Mond von H.M. gilt ja nicht umsonst als humoristisch sehr begabt. Kein Wort zuviel, aber was rauskommt haut alle um.
Heiner Müllers Schreibstil zeichnet sich insgesamt durch eine große Reduktion aus, da ist kein überflüssiges Gewitzel am Start. Es scheint, als sei er lebenslang durchs Feuer gegangen (Sonne Opp. Pluto, Mars rückläufig Opp. Saturn) und habe sich keine "persönliche" Meinung mehr erlaubt.
Eine Anekdote, die er gerne erzählte (und die mir damals als gequälter Ost-West-Braut die Schuhe auszog) handelt von Stalin. Der hatte die Frau eines Genossen umbringen lassen und tröstete den mit den Worten: Such Dir doch eine neue - Du kannst alle haben. Gefühle und persönliche Bindungen zählten seiner Meinung nach wohl überhaupt nicht.
Die Auflösung der DDR erlebte Müller mit deutlicher Verachtung, allerdings schrumpfte auch seine Kraft als Dramatiker - er schrieb nichts Neues mehr, gab aber dafür eine Menge beeindruckender Interviews. Es schien, als ob der Geist der Vergangenheit nochmal ganz groß wurde - und dann komplett verstummte.
Heiner Müller heiratete nochmal, bekam eine Tochter, und das nahm ihm jegliche Kraft, schlecht über die Welt zu denken.
Er starb vielbetrauert am 30.12.1995 nach einer kurzen und schweren Krankheit (Kehlkopfkrebs). Es scheint ganz deutlich, als ob seine Aufgabe auf Erden erledigt war.

Der heutige Krebs-Vollmond findet übrigens ziemlich genau auf Heiner Müllers Sonne-Pluto-Opposition statt.

Ruhe in Frieden.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Schwäbisches Unternehmertum

Dieser nette Onkel war doch insgeheim ein ziemlicher Haifisch: Adolf Merckle, Milliardär aus Blaubeuren, nahm sich am 5.1.2009 das Leben - er legte sich auf die Bahnstrecke nahe seiner Heimat und wurde dort am Abend gefunden - tot.
Nach einem phänomenalen materiellen Siegeszug hatte er sich 2008 an der Börse ziemlich verspekuliert und es wollte ihm nicht mehr gelingen, seinen Stolz zu wahren: Ein Merckle kann den Abstieg in die "normale" Oberschicht nicht verkraften. Denn wenig war es nicht, was ihm geblieben wäre, aber das war ihm wohl nicht genug. Der Pate hatte einen Ruf gehört, den er nicht ignorieren konnte.

Adolf Merckle wurde am 18.3.1934 in Dresden geboren (ja damals war es noch schick, seinen Sohn Adolf zu nennen).
(Die Horoskopzeichnung zum Vergrößern anklicken)

Ein Fischle mit Stier-Mond und Widder-Mars, und im Manager-Magazin wird die sich daraus ergebenende Dynamik ganz toll beschrieben: Merckle blieb Zeit seines Lebens undurchschaubar (Sonne in Fische), schlug aber immer wieder blitzschnell zu
(Mars im Widder) und versorgte seine Familienmitglieder mit den besten Plätzen am Futtertrog (Mond im Stier). Ein echter Familienvater (Patriarch) eben. Leider war er auch Meister im Steuern sparen - er versuchte stets, so wenig wie möglich an den Staat abzuführen.
(Als auf den Staat angewiesene kann ich das natürlich nicht gut finden.)
Der heranschleichende Neptun auf seinen Saturn auf 23° Wassermann (Neptun hatte schon Venus und den Mondknoten aufgelöst) hat ihn aber offentlich so in seinen Grundfesten erschüttert, dass auch das starke kirchliche Engagement seiner Sippe ihm keinen Trost mehr bot.
Der laufende Widder-Mond touchierte seinen Mars und dann seinen Uranus - JETZT ABER SCHNELL!
Schade eigentlich - wieder aus Ungeduld eine Lernaufgabe verpasst.

Dienstag, 6. Januar 2009

Einladung zu - Astrologie und MS

Jeder Betroffene kann sich an den Moment erinnern, als ein Arzt ihm sagte: Sie haben MS. Meist geschieht das erst nach langer Vorgeschichte und es wird nicht gerade einfühlsam mitgeteilt. Aber irgendwann ist es eben soweit: Aus einer dunklen Vermutung wird kalte Realität. Der Boden unter den Füßen tut sich auf und nichts ist mehr, wie es war.
Für viele beginnt jetzt die Phase des Durcharbeitens: Das Unterste kommt nach oben und umgekehrt. Wie bei allen tiefgreifenden Änderungen im Leben verläuft das nicht geradlinig, nicht berechenbar und erst recht nicht angenehm.
Mich interessieren zunächst die körperlichen Erscheinungen: Wann zeigten sich die ersten Symptome, wann kam die Diagnose, wie ist jetzt der äußere Zustand.
Aber auch: Was wollte ich noch machen - und kann es jetzt nicht mehr. Was war früher wichtig für mich - und ist mir jetzt egal. Und: Warum bin ich der Krankheit inzwischen fast dankbar. Was hätte ich sonst nie ausprobiert und nie entdeckt.
In der Psychotherapie spricht man von sekundärem Krankheitsgewinn, wenn der Klient benennen kann, was die Krankheit ihm gebracht oder wovon sie ihn befreit hat. Genau darum soll es auch in der astrologischen Beratung gehen. Was wir gemeinsam herausfinden, kann auf den ersten Blick gering erscheinen. Doch es öffnet die Tür zu einer neuen Welt. Für Menschen, die sich - wie ich - mit der Diagnose MS herumschlagen, ist eine kurze Beratung kostenlos, eine ausführliche Analyse günstiger.

Anruf genügt unter 030 - 89566 754.

MÖGEN ALLE WESEN GLÜCKLICH SEIN.

Interessante MS-Links:

Ivonne Radtke
Christine Wagener-Thiele

Sonntag, 4. Januar 2009

Der Weltraum - unendlichen Weiten im Januar

Und hier ist er wieder - der astronomische Link für Januar 2009.
Viel Spaß!

Willkommen auf der Erde!

Willkommen daheim - in Berlin und auch sonstwo.
Meine Heimkehr war diesmal erschreckend realistisch. Shrek (sic!) hat mich am Bahnhof abgeholt, und es ging erstmal einiges schief - aber letzten Endes dann doch noch gut.
Berlin liegt ja astrokartographisch auf meiner Uranus-Linie, und von Münster aus gesehen hätte ich das fast mal wieder vergessen.
Der Weihnachtsurlaub bot neben der Bequemlichkeit (Mama kauft ein und kocht) natürlich eine Menge Gelegenheiten, meinen Schreibtisch und PC schmerzlich zu vermissen - allen voran Israels spektakuläre Offensive in Gaza passend zur Sonne/Mars/Pluto-Konjunktion kurz vor Neumond.

Sehr beschäftigt hat mich auch Giacomo Puccini und sein 150. Geburtstag in diesem Jahr - ich hielt ihn immer für etwas seifig, aber als Künstler "zwischen den Zeiten" hat er bestimmt auch eine Menge für uns zu sagen. Mal sehen, ob sein Horoskop mich inspiriert. Am ersten Weihnachtstag gaben die Städtischen Bühnen Münster "Turandot", und das war gar nicht übel.
Ich habe auch eine tolle Biographie von Karl Valentin und Liesl Karlstadt gelesen, was eventuell hier noch ein Nachspiel haben wird.

Ich melde mich also zurück, begrüße Euch alle und freue mich erstmal auf Jupiter im Wassermann (ab morgen).
Bis bald!