Gestern waren wir in der Oper, es gab Georg Friedrich Händels "Rinaldo". Mit jeder Menge Counter-Tenören! "Rinaldo" war Händels erste Oper in London, er war gerade 26 und das Stück wurde sofort ein Bombenerfolg. Um an seinem neuen Lebensmittelpunkt richtig gut durchzustarten hatte Händel alles aufgeboten, was ihm so in den Sinn kam, und das war zum Beispiel ein Schwarm lebender Spatzen. "Ob wir die je wieder loswerden", fragten sich die Theaterbetreiber hinterher, aber egal. Musikalisch ging die Post ab und Händel war ratz-fatz auf Platz 1 der Charts. Das Horoskop von Händel ist nicht ganz einfach zu eruieren - bei astrotheme.fr gibt es folgende Möglichkeit: Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 um 5 Uhr 45 in Halle an der Saale geboren. (Lois Rodden nennt den 5. März als Geburtsdatum, aber das ist wohl eher der Taufeintrag.) Ein Fisch mit Sonne-Neptun-Konjunktion, dazu ein Waage-Mond - das läßt im Glücksfall auf mächtige Beliebtheit schliessen (das war so) und im miesesten Fall auf große Schwierigkeiten, sich abzugrenzen (das war wohl auch so). Händel war nie verheiratet oder bekanntermaßen liiert, woraus ein Biograf schließt, er sei wahrscheinlich schwul gewesen, was damals (und auch hier noch vor einigen Jahren) der Todesstrafe gleichkam, also besser geheimgehalten wurde. Er hatte drei Schlaganfälle, wovon der letzte ihm die Sehkraft raubte und 8 Jahre später starb er dann auch (am 14.4.1759, mit 75, vor 250 Jahren).
In der Oper "Rinaldo" geht es um die Kreuzzüge (ca. 1000 n.C.) und den jüdisch/christlich-muslimisch/islamischen Konflikt. Die Inszenierung aktualisierte die Handlung ohne große Vergewaltigung. Ganz offensichtlich puckert und eitert hier eine nicht heilen wollende Wunde - der Auftritt von Ahmadinedschad vor den UN gestern zeigt uns, dass sich vernunftmäßig wohl nicht allzu viel getan hat.
Hallihallo, liebe Freunde - ich bin ja für eine Woche zu meiner Mama gefahren und habe mein Netbook mitgenommen - und dank eines tollen Sticks kann ich jetzt sogar online gehen! Allerdings ziemlich langsam, ich werde das also nicht zu meiner täglichen Beschäftigung machen. Aber immerhin. Mein Nachbar im Zug hatte auch so ein Netbook, und er sah sich alte schwarz-weiße Karajan-Videos an. da fühlte ich mich doch gleich zuhause.
Liebe Freunde, heute ist offiziell Herbstanfang, der Tag ist genauso lang wie die Nacht und das heißt Tag- und Nachtgleiche. Astrologisch heißt dieser Punkt 0° Waage und das ist heute um 23h19 der Fall. Und morgen steht dann die Sonne im 90°-Winkel zu Pluto auf 00°41 Steinbock.
Schon lange geplant (und vielleicht nicht gründlich genug durchdacht) fahre ich morgen für eine Woche nach Münster zu meiner Mutter - Bahnhofsmission ist schon bestellt als Umsteigehilfe. Ich werde mein neues Netbook mitnehmen, dann kann ich zumindest Horoskope ausrechnen und vielleicht auch online gehen. Vielleicht sage ich, denn ich bin ja eine Softwarelegasthenikerin und trotz viel Vorarbeit kann es passieren, dass ich mal wieder falsch rumtippe und irgend etwas nicht so richtig funzt. Natürlich drücke ich mir trotzdem schon mal die Daumen - ich hoffe, Ihr tut es auch. Im Oktober bin ich wieder hier, am Platz, und wünsche Euch allen erstmal einen schönen Herbstanfang!
Heute ist Sonntag, und heute gibt es etwas Musik bzw. die Vorstufe davon - einen YouTube-Film zum anklicken. Das Objekt des Interesse ist der französische Countertenor Philippe Jarrousky - ein Mann, der singt wie eine Frau. Klingt schwul, findet mein Freund Shrek und ein unangenehmes Erlebnis von Philippe Jarrousky war auch, dass bei einem seiner ersten Konzerte eine junge Zuhörerin in hysterisches Kichern ausbrach, als er den Mund aufmachte. Es ist einfach sehr ungewöhnlich, dass so hohe Töne aus einem männlichen Körper kommen.
Ein kurzer Exkurs zum Thema Countertenöre: Ihre Hoch-Zeit hatten die Männer mit der hohen Stimme im 16./17. Jahrhundert. Damals hießen sie Kastraten, wurden gefeiert wie Popstars und waren bereits vor dem Einsetzen des Stimmbruchs - kastriert worden, dadurch wurde die hohe Stimme erhalten. Das ginge heute ja nur noch als Genitalverstümmelung durch, es gibt aber Männer, deren Kehlkopf auch im erwachsenen Alter die Fähigkeit hat, in ungeahnte Höhen zu kommen - bekannte Beispiele wären da z.B. Freddie Mercury (ok ...) oder der neue Star Mika. Das Gute ist ja heutzutage, dass man keine gefährlichen Operationen mehr braucht, um das Bewusstsein zu erweitern. - Da hat der Psychotherapeut in Hermsdorf wohl was missverstanden.
Leider gibt es mal wieder kein richtiges Horoskop, noch nicht mal bei astrotheme.fr, und so habe ich einfach das Geburtsdatum bei astro.com eingegeben, mit den Mittagsständen bekommt man da schon einen ersten Eindruck.
Jarrousky wurde als Wassermann geboren - ich schrieb zu dieser Zeit übrigens gerade mein schriftliches Abitur: 13. Februar 1978. Zeichnung hier rechts. Neben der Sonne finden wir auch noch Venus und Merkur im Zeichen Wassermann - ein erster Hinweis darauf, dass wir es hier mit einer ungewöhnlichen Biographie zu tun haben - dieser Mann wird Grenzen aufbrechen. Saturn bildet eine Opposition zu Sonne und Venus (ein Spätentwickler) - Jarrousky lernte erstmal Geige, Klavier und Harmonielehre, bevor ihn mit ca. 20 in einem Konzert der Schlag traf (vielleicht sollte man eher sagen die Muse küsste): Er hörte einen berühmten Countertenor und dachte: Das kann ich auch. Und ging flugs zu der Lehrerin des Gehörten und wurde ihr Schüler.
Natürlich brauchte er ein paar Jahre, um seine Kopfstimme zu trainieren, aber inzwischen ist er der Star einer neuen Generation von Countertenören, die wie selbstverständlich ihr Publikum hypnotisieren. Schwule Opernfans sind natürlich ganz besonders hingerissen. Interessant finde ich hier noch den rückläufigen Mars im Zeichen Krebs - Mars im Krebs ist ja sowieso kein Macho und drückt fast kindlich seine Gefühle aus. Nun ist er bei Philippe Jarrousky auch noch rückläufig, also ladegehemmt und neigt vielleicht zu Erpressungsversuchen, falls er nicht das bekommt, was er will. Aber das ist ja Privatsache.
DIE ZEIT schrieb übrigens auch schon mal über Jarrousky - klickstu hier.
Der YouTube-Ausschnitt bringt heute eine eher sanfte Arie von Christoph Willibald Gluck. Jarrousky kann natürlich auch anders - besonders im 16./17. Jahrhundert wurden Arien für Countertenöre ja für deren gnadenlos kolloraturbegabte Stimme geschrieben, die teilweise eine ganze Partiturseite am Stück singen konnten. Aber der Krebs-Mars hat's auch lieber schmeichlerisch und sensibel. Hier singt er übrigens mit einer rotgelockten Dirigentin ;).
Mein Schulfreund hat mir wieder einen tollen Link geschickt - es handelt sich um einen abgefilmten "Spaziergang" auf dem Camino del Rey, auch verniedlichend Caminito genannt. Das ist ein ca. 1900 entstandener Wanderpfad in der Schlucht El Chorro in der Nähe von Malaga, Spanien. Heute stehen auf so eine Tour 6000 € Strafe - das Ding ist nämlich inzwischen total heruntergekommen und sehr gefährlich. Das fasziniert natürlich Plutoniker und durchtrainierte Abenteurer aus der ganzen Welt - immerhin gilt der Caminito als der "gefährlichste Weg der Welt". Ich lese lieber die Beschreibung bei Wikipedia oder gucke mir auf YouTube diesen schönen Film an:
In der letzten Woche wurden wir Zeuge von gleich zwei amerikanischen Staatsakten - zum einen der Gedenkfeier zum 11. September 2001 und zum anderen der Erinnerung an den 14. September 2008; dem Tag, als die Bank Lehman Brothers "starb" und die weltweite Wirtschaftskrise ihren offiziellen Anfang nahm.
Was ist da los im amerikanischen Horoskop, so auf ca. 20 Grad Jungfrau? Ein Blick auf das Sibley-Horoskop (4.7.1776, 17h10 Philadelphia) zeigt: Dort steht - auf 22° Jungfrau der Neptun in Konjunktion mit Lilith auf 19° Jungfrau. Neptun-Lilith - der Traum von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung? Klingt doch interessant.
Der Amerikanische Traum wird gerade von Saturn (in Jungfrau) und Uranus (in Fische) gewaltig auseinandergenommen. Und da Neptun mit dabei ist, haben wir alle was davon.
Eine weitere Sache, die mir in diesem Zusammenhang auffiel, ist der Jungfrau-Mars von Barack Obama - auf 22°34'. Diese Stelle wurde von der ersten Saturn-Uranus-Opposition am Tag der Präsidentschaftswahlen messerscharf touchiert. Also Saturn-Uranus trift auf den Neptun der USA - trift auf den Mars von Barack Obama. Zur Zeit ist der amerikanische Präsident saturnisch ausgebremst - er kämpft ein bisschen gegen eine Mauer. Dabei geht es - Jungfrau - um die Gesundheitsreform, also die Bedingungen, zu denen in Amerika Menschen versichert sind. Denn immer noch gibt es rund 40 Millionen (!) US-Amerikaner, die überhaupt keine Versicherung haben. Obama sagte "I am not the first President with this subject, but I am determined to be the last" - das läßt doch hoffen. Allerdings sträuben sich manche Amerikaner - wir Europäer können das überhaupt nicht verstehen oder nachvollziehen - und halten es für ein Privileg, für sich selbst sorgen zu können/dürfen/müssen. Alles andere wäre doch Nazi-Barbarei.
Klingt ja mächtig nach Neptun-Verblendung, oder? Nimm mir meinen Traum von Ewiger Jugend und Schönheit nicht weg. Lass mir im Notfall die Schönheits-Operationen und das Weiterleben auf dem Mars als Second-Life-Möglichkeit. Lüg mir ruhig was vor. Kein Wunder, dass Amerika immer neue Illusionen produziert und sich gegen jede Art von Realitäts-Therapie wehrt. Das dickste Volk der Welt soll auf einmal gesund leben - das klingt doch nach Konzentrationslager.
Natürlich ist Mars auch für das Militär verantwortlich, und hier gibt es gute Neuigkeiten: Seit ungefähr 2 Jahren ist der progressive Mars der USA rückläufig, auf 18° Waage. Direkt daneben steht Lilith (15° Waage) und im Radix der USA steht dort - der Saturn. Wie soll man einen Krieg erfolgreich führen, wenn der laufende Mars rückläufig über den Saturn läuft ( = Vollgas mit angezogener Handbremse)? Wir Pazifisten müssen nur noch abwarten, dann sollte das Problem sich von selbst erledigt haben, vorzugsweise durch widerständige Selbstmordbomber oder explodierende Tanklastzüge. Denn die sind ja der Sand im Getriebe, der Saturn, der den amerikanischen Mars zwar nicht am Kämpfen, aber doch am Siegen hindert.
Vielleicht gibt es ja irgendwann auch einen Zusatz zur Verfassung: Von amerikanischen Waffen darf nie wieder Krieg ausgehen. Wär doch schön.
Gerade las ich in der online-taz einen sehr interessanten Artikel über die erste Klinik für Kinderpalliativmedizin - das ist Hilfe für Kinder mit chronischen Schmerzen, denen die herkömmliche Odyssee von Arzt zu Arzt zwar nicht abgenommen, aber doch verkürzt und erleichtert werden soll. Zu dem Haus gehört natürlich auch ein Hospiz, wo Kinder mit aussichtsloser Diagnose auch sterben können. Heilen, lindern, akzeptieren - so lautet der Dreiklang der Therapie in Datteln im westfälischen Münsterland. Das klingt toll, finde ich. Pluto im Steinbock gibt sich offensichtlich nicht nur mit alten Säcken ab. Hier ist das plutonische in der schweren Arbeit zu finden - dem langen Leiden und der Verzweiflung über das junge Sterben. Klickstu hier.